Supernova Explosion in der Milchstraße? Seit Jahrhunderten schauen wir fasziniert durch Teleskope in den Nachthimmel. Doch am Tag gibt es doch nicht viel zu beobachten, oder? Es gibt ein Ereignis, welches so hell werden kann, dass es sogar tagsüber sichtbar wäre: Eine Supernova. Die Meisten kennen dieses Spektakel nur als Bildschirmhintergrund, haben aber noch nie eine beobachten können. Das liegt daran, dass seit der letzten Supernova 1604 diese nur mit Teleskopen sichtbar waren, nicht aber mit dem Auge.

Doch ein Stern in ca. 600 Lichtjahren Entfernung, also innerhalb unserer Galaxie, verhält sich in den letzten Monaten außergewöhnlich. Beteigeuze, der „rote“ Stern im Sternbild Orion, ist ein Roter Riese. Das Ende eines solchen Sterns ist eine Supernova: ein bombastisches Ereignis, bei dem ein Stern unter seiner eigenen Gravitation zusammenfällt, weil ihr der „Treibstoff“ ausgeht. Die äußeren Schichten knallen auf den Kern des Sterns und werden mit extrem hohen Geschwindigkeiten zurückgeschleudert. Dabei entstehen unfassbare viele hochenergetische Teilchen. Ein Stern wie Beteigeuze würde 16 000-mal heller sein als vorher und am Ende bleibt nur eine Kugel mit dem Durchmesser Berlins zurück. Klingt immer noch groß? Man muss aber bedenken, wie gigantisch der Stern vorher war. Würde die gesamte Erde so stark schrumpfen, wäre die Erde ähnlich dick wie ein menschliches Haar.

In den letzten Wochen kamen immer wieder Schlagzeilen, dass Beteigeuze „bald“ in eine Supernova übergeht. Ein akribischer Beobachter hat vielleicht gemerkt, dass Beteigeuze in den letzten Monaten deutlich dunkler wurde. Das ist erst einmal nichts Außergewöhnliches; viele Sterne schwanken in ihrer Helligkeit. Jedoch ist dies mit Abstand die stärkste Helligkeitsänderung von Beteigeuze seit Beginn der Aufzeichnung. Am 23. Januar leuchtete sie nur noch mit 25% der ursprünglichen Helligkeit. Dieser rasante Abfall wird unterschiedlich gedeutet: Die einen behaupten, dass es viele Ereignisse gleichzeitig sind, die zur Helligkeitsabnahme führen. Die anderen sagen, dass etwas Großes bevorstünde: eine Supernova. Dass wir dieses Ereignis noch erleben, ist aber höchst unwahrscheinlich. Einerseits sprechen viele Fakten gegen eine Supernova, beispielsweise sollte laut der Theorie sich der Stern vorher erhellen und nicht verdunkeln. Andererseits muss man immer im Hinterkopf haben: Selbst wenn Astronomen von „naher“ Zukunft sprechen, sind damit mehre Tausend bis Zehntausend Jahre gemeint.

Wer Näheres erfahren möchte, dem empfehle ich das spannende Video von Harald Lesch zu diesem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=Za4QhYtQqnY

Paul Sprenger, 11/2

„Beteigeuze“ aus https://scr.wfcdn.de/21497/Sternbild-Orion-1577980919-1-0.jpg, 08.02.2020
„Kepler SN“ aus https://de.wikipedia.org/wiki/Supernova_1604#/media/Datei:Keplers_supernova.jpg, 08.02.2020

Paul Sprenger beschreibt in regelmäßigen Abständen den Himmel überm TFG.