Monat Juni - 2013

Erlebnisse vom Mond – Astronaut Cernan berichtet

 

Der Apollo-17-Kommandant Eugene A. Cernan besuchte am 4. Juni die TU Berlin und hielt einen öffentlichen Vortrag auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Max Pritzkuleit (10/4) war zusammen mit Herrn Fiebig unter den Zuhörern. Hier eine Zusammenfassung der hochinteressanten Ausführungen des „Moonwalkers“ (in englischer Sprache) von Max.

 

Die letzte bemannte Mondmission war Apollo 17 mit den drei Astronauten Ron Evans (Pilot der Kommandokapsel America), Eugene A. Cernan (Kommandant) und Harrison Schmitt (Pilot der Mondlandefähre Challenger). Eugene A. Cernan betrat den Mond als bislang vorletzter Mensch und er verließ ihn als letzter mit den Worten: „We leave as we came, and God willing, as we shall return, with peace and hope for all mankind.“ - „Wir gehen, wie wir gekommen sind und, so Gott will, wie wir zurückkehren werden, mit Friede und Hoffnung für die ganze Menschheit.“
Am 3. Juni 2013 hielt Eugene Cernan einen Vortrag am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Dort berichtete er von seinen Erlebnissen, die er als Astronaut hatte. Er nahm nicht nur an der  Apollo 17 Mission teil, sondern auch an Apollo 10 und Gemini IX-A.

 

Eugene Cernan heuteEugene Cernan heute


Das Gemini – Programm war eine Vorbereitung für die späteren Apollo Missionen. Dort wurden Außeneinsätze (EVA) und Ankopplungsmanöver geprobt, aber es wurden auch wissenschaftliche und medizinische Experimente durchgeführt. Bei  Gemini IX-A war Eugene Cernan der Pilot. Ursprünglich gehörte er nur zur Ersatzmannschaft, aber die eigentliche Crew Elliot See und Charles Bassett  kamen bei einem Absturz einer T-38 – Trainingsmaschine ums Leben, sodass die Ersatzmannschaft eingesetzt werden musste. Der Start von Gemini IX klappte zwar reibungslos, aber das Andockmanöver an den unbemannten Satelliten ATDA funktionierte nicht wirklich, da sich eine Schutzverkleidung nicht löste. Deshalb musste Eugene Cernan einen riskanten Außeneinsatz durchführen, der 2 Stunden 7 Minuten dauerte. Auch dies klappte nicht ganz problemlos, weil sich Eugene Cernan  nicht in die richtige Position bringen konnte, um vernünftig zu arbeiten, denn die Halterungen waren nicht ausreichend. Dadurch verlangte die Arbeit sehr viel Kraft von ihm, sodass sein Helm von innen beschlug und er nichts mehr sehen konnte. Völlig verausgabt und nur mit Hilfe seines Kollegen Tom Stafford erreichte er wieder die Kapsel. Aus diesem Grund konnte das von der Air Force entwickelte AMU (Astronaut Maneuvering Unit) nicht getestet werden. An Bord von Gemini IX befanden sich auch einige Experimente. Das einzige medizinische war das Messen des Verhaltens von Körperflüssigkeiten.

 

Eugene Cernan bedeckt mit MondstaubEugene Cernan bedeckt mit Mondstaub


Apollo 17 landete im Taurus-Littrow-Tal am Ostrand des Mare Serenitatis. Am 11. Dezember 1972  fand der erste Außeneinsatz statt, mit einer Länge von 7 Stunden 12 Minuten. Cernan berichtete bei seinem Vortrag, dass sie mehrere kleinere Sprengladungen in der Nähe angebracht hatten, die sie bei der Rückkehr in die Kapsel zündeten. Durch die seismologischen Wellen, die dabei entstanden, konnten sie ein geologisches Profil der Region erstellen. Insgesamt fanden drei Außeneinsätze statt. Cernan erzählte außerdem, dass sie bei der Landung ziemliche Angst hatten, in ein mit Mondstaub gefülltes Loch zu fallen, denn darin hätte die Landefähre versinken können. An etlichen Stellen war der Staub nur wenige Zentimeter tief und an anderen Stellen wiederum ein paar Meter. Einmal mussten die Astronauten das Mondauto reparieren, weil ein Schutzblech kaputt gegangen war und so die Astronauten den hochgewirbelten Staub abbekamen. Sie reparierten es, indem sie Mondkarten mit Klebeband und Klammern befestigten. Das ist äußerst problematisch. Denn Mondstaub ist sehr, sehr fein und scharfkantig, da er nicht der Erosion von Wasser und Luft ausgesetzt ist, und er rutscht in jede noch so kleine Spalte. Doch wenn das Mondauto einmal stecken blieb, dann konnten sie es wieder lösen, wenn es einer von beiden anhob und ein Stück weiter wieder auf der Mondoberfläche absetzte – denn auf dem Mond herrscht nur ein Sechstel der Erdanziehungskraft, aber die Astronauten haben immer noch die gleiche Stärke, die sie auf der Erde auch hätten; deshalb gehen einige Dinge auf dem Mond etwas leichter. Würde man länger dort bleiben, würde man sich an die schwächere Anziehungskraft gewöhnen und die Muskeln würden schwächer. Bei einer Rückkehr auf die Erde könnte man dann kaum noch stehen! Insgesamt verbrachte Eugene Cernan 3 Tage, 2 Stunden, 59 Minuten und 40 Sekunden auf dem Mond. Das ist der bisher längste Aufenthalt auf dem Mond.  Die Astronauten förderten 110,4 kg Mondgestein.  Am 19. Dezember wasserte die Kapsel im Pazifischen Ozean 6,4 Kilometer entfernt vom Bergungsschiff USS Princeton.

 

Mondauto Das Mondauto


Auch wenn das Apollo Programm nach heutigen Maßstäben 120 Milliarden US Dollar gekostet hat, so war es dennoch ein Schritt in Richtung Zukunft. Nach der Mondlandung fing die Raumfahrt an aufzublühen, und es wurde begonnen mit der Erforschung des Sonnensystems und der einzelnen Planeten. Und wir haben dadurch viele faszinierende Dinge gelernt und Bilder gesehen, die uns noch heute zum Staunen bringen.

 

Max Pritzkuleit, 10/4

 

Bildquellen:

•    Herr Fiebig (Eugene Cernan heute)
•    http://www.nationalgeographic.de/thumbnails/lightbox/51/16/00/eugene-cernan-im-weltraumanzug-1651.jpg (Eugene Cernan bedeckt mit Mondstaub)
•    http://de.sott.net/image/image/s5/112908/large/Bild.jpg (Mondauto)

 

Max hält uns jeden Monat zu den Himmelsereignissen überm TFG auf dem Laufenden.

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