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Monat Februar - 2013

Nemesis

 

Am 15.2. ist, wie wir wahrscheinlich alle wissen, ein Meteorit in der Nähe der russischen Stadt Chelyabinsk eingeschlagen. Dabei wurden ungefähr 1200 Menschen verletzt, weil der Meteorit noch in der Luft explodiert war. Durch die Druckwelle sind viele Fenster zerbrochen und die Menschen wurden durch herumfliegende Glasscherben verletzt. Außerdem passierte der Asteroid 2012 DA14 die Erde noch am gleichen Abend in einer Entfernung von 27800 km. Während der Meteorit nur einen Durchmesser von ein bis zwei Metern hatte, hatte der Asteroid einen Durchmesser von 65 Metern. Wir können uns glücklich schätzen, dass der Asteroid nicht auch noch bei uns eingeschlagen ist. 27.800 km klingen viel, aber aus astronomischen Maßstäben gesehen hat uns der Asteroid um eine Haaresbreite verfehlt. Wenig später gab es noch eine weitere Meldung aus Kuba, die von einer sehr hellen Sternschnuppe handelte. Es kann aber nicht der Asteroid gewesen sein, da dieser nicht als heller Schweif am Himmel erschien. Ist das alles nur Zufall – oder steckt vielleicht doch etwas anderes dahinter?
Nach Erkenntnis der Biologen gab es auf der Erde im Durchschnitt alle 26 Mio. Jahre ein Massenaussterben im Zeitraum der letzten 250 Mio. Jahre, und Geologen fanden heraus, dass es alle  27 bis 28 Mio. Jahre zu einer Häufung der Meteoritenkrater und somit auch Einschläge kam. Ist dies vielleicht auch ein Zufall? Einige Astronomen glauben, dass unsere Sonne noch einen zweiten, viel kleineren Begleiter hat, der sie auf einer stark elliptischen Bahn umrundet. Diesen Begleiter haben die Astronomen „Nemesis“  getauft – nach der griechischen Rachegöttin Nemesis. Sie soll den Frevel und den Übermut der Menschen bestrafen. Bisher sind sich die Astronomen nicht sicher, ob der Begleiter der Sonne ein roter Zwergstern oder ein Brauner Zwerg ist. Braune Zwerge sind so etwas wie übergroße Planeten. Sie sind noch viel massereicher als Jupiter, aber sie besitzen nicht genug Masse, um in ihrem Kern genug Druck und Hitze erzeugen zu können, damit die Kernfusion von Wasserstoff zu Helium einsetzt. Wenn sich Nemesis seinem sonnennächsten Punkt nähert, soll er die Oortsche Wolke durchqueren. Die Oortsche Wolke besteht zum größten Teil aus Kometenkernen, die in Richtung inneres Sonnensystem durch die Schwerkraft  geschleudert werden,  wenn Nemesis die Wolke durchstreift. Die Oortsche Wolke befindet sich 50000 bis  60000 mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Nach den Astronomen soll sich nach jedem Durchqueren von Nemesis eine riesige Anzahl Kometenkerne auf den Weg in Richtung Sonne begeben. Wenn die Kometen das innere Sonnensystem erreicht haben, werden einige die Bahnen der Planeten kreuzen und dort unter Umständen auch einschlagen. Wenn ein größerer Körper auf der Erde einschlägt, kommt es zu einem Massensterben. Die meisten Lebensformen, die je auf der Erde gelebt haben, sind ausgestorben. Müssen wir uns Sorgen machen, dass in nächster Zeit vielleicht noch größere Objekte auf unserem Planeten einschlagen? Wenn man nach der Nemesis – Theorie geht, dann wahrscheinlich nicht, denn Nemesis soll sich jetzt wieder seinem sonnenfernsten Punkt nähern. Außerdem können die Astronomen größere Objekte mit ihren Teleskopen schon vorher aufspüren. Vielleicht entwickelt die Menschheit in Zukunft einen gut funktionierenden Abwehrschirm, der uns vor größeren Einschlägen schützt. Bis dahin müssen wir wohl einfach hoffen, dass die Erde von Einschlägen verschont bleibt.

 


Max Pritzkuleit, 10/4

Benutzte Textquelle: "Kosmos Himmeljahr 2010" Monatsthema November, S. 230 - 234 von Hans-Ulrich Keller
Bildquelle:

Max hält uns jeden Monat zum Himmelsgeschehen über dem TFG auf dem Laufenden. 

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