Monat November - 2012

Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, ob in den Weiten des Weltalls nicht noch andere Lebensformen existieren? Sicher wird doch irgendwo dort draußen noch anderes Leben sein. Vielleicht sogar besser entwickelt, als wir es momentan sind? Aber all diese Welten sind so weit entfernt, dass wir mit heutigen Raumschiffen Hunderttausende oder sogar Millionen von Jahren benötigen würden, um dorthin zugelangen. Deshalb wäre es doch besser, sich erst einmal vor der eigenen „Haustür“ umzusehen. Natürlich wird dies auch getan. Bestes Beispiel hierfür ist der zur Zeit auf dem Mars tätige Rover Curiosity, dessen Aufgabe unter anderem darin besteht, nach Leben zu suchen. Aber auch an anderen Orten im Sonnensystem hätte einfaches Leben entstehen können.  Welche Voraussetzungen muss es eigentlich geben, damit Leben überhaupt  existieren kann? Leben braucht flüssiges Wasser und Energie. Wir beziehen unsere Energie aus der Sonnenstrahlung, aus dem Sauerstoff in der Luft und aus unserer Nahrung. Aber Sauerstoff muss nicht unbedingt notwendig für außerirdisches Leben sein. Auf der Erde gibt es auch Lebewesen, die ganz ohne Sauerstoff auskommen. Diese Lebewesen beziehen ihre Energie aus biochemischen Stoffwechselvorgängen, für die sie keinen Sauerstoff benötigen. Aber wo im Sonnensystem finden wir einen Ort, an dem es noch flüssiges Wasser gibt, außer auf der Erde? Bis auf die Erde sind die inneren Planeten zu heiß oder zu kalt und die äußeren Planeten bestehen zum größten Teil nur aus Gasen, wie Wasserstoff und Helium. Also bleiben nur noch die Monde übrig. Die meisten Monde sind kalte, staubige Brocken, die um ihre Planeten kreisen. Manche von ihnen besitzen zwar Wasser, aber es kommt nur in gefrorener Form vor. Dennoch gibt es einen größeren Mond, der flüssiges Wasser beherbergt. Es ist einer der Monde, der 1610 von Galileo Galilei zum ersten Mal entdeckt wurde. Es handelt sich um den Jupitermond Europa. Den Mond kann man zur Zeit sogar mit einem kleinen Teleskop beobachten, da Jupiter momentan im Sternbild Stier am Nachthimmel zu sehen ist. Er erscheint nur als kleiner, heller Punkt in der Nähe des Jupiters. Aber woher weiß man, dass es auf diesem Mond Wasser gibt? Das Wasser befindet sich natürlich unter einer dicken Eisschicht. Doch diese Eisschicht zeigt kaum Spuren von Einschlagkratern und das bedeutet, dass die Oberfläche ständig erneuert wird. Stattdessen ist der Mond übersät mit Rissen und Spalten, aus denen Wasser an die Oberfläche dringt. Jetzt bleibt nur noch eine Frage: Warum ist der Mond nicht bis auf seinen festen Gesteinskern durchgefroren? Die Antwort auf diese Frage lautet: Gezeitenreibung. Europa ist der zweitinnerste der vier Galileischen Monde. Die Namen der anderen drei Monde lauten von innen nach außen: Io, Kallisto und Ganymed. Wenn Europa den Jupiter zweimal umrundet hat, dann hat Io Jupiter viermal und Ganymed hat Jupiter genau einmal umrundet, sodass die drei genau auf einer Linie stehen. Aufgrund der Gravitation ziehen dann Io und Ganymed an Europa, sodass der Mond ein bisschen auseinander gezogen wird. Dabei hebt sich die Oberfläche des Mondes an und danach senkt sie sich wieder. Dabei entsteht Reibungswärme, die dafür sorgt, dass das Wasser im Inneren des Mondes flüssig bleibt und dadurch werden vermutlich auch Vulkane existieren, die das Wasser mit Mineralien anreichern, von denen sich Lebewesen ernähren könnten. Aber um genau wissen zu können, ob es dort Leben gibt oder nicht, müsste man Europa einen kleinen Besuch abstatten. Bisher hat man aber noch keine Möglichkeit gefunden, sich durch die 10 bis 15 Kilometer dicke Eisdecke zu bohren. Trotzdem wird weiter nach einer Möglichkeit gesucht, schon aus dem Grund, das Unbekannte etwas weiter ins Licht zu rücken und vielleicht endgültig die Frage nach außerirdischem Leben zu klären.

 

Max Pritzkuleit, 10/4

 

Max hält uns jeden Monat über den Himmel überm TFG auf dem Laufenden.

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