Monat Oktober - 2012

Interstellare Nomaden

Vor kurzem sind Forscher im interstellaren Raum (der Raum zwischen den Sternen) auf Objekte gestoßen, die sie dort nicht erwartet hätten – jedenfalls nicht in solch einer großen Anzahl. Bei der Suche nach neuen Planeten haben sie eine Methode angewendet, die sich Microlensing nennt.

 Beim Microlensing wird der Gravitationslinseneffekt genutzt. Gravitationslinsen entstehen dadurch, dass sich ein Planet (eine größere Masse) genau zwischen Erde und dem beobachtbaren Objekt (Stern) schiebt. Dabei wird nach Albert Einsteins Relativitätstheorie das Licht so gekrümmt, dass das beobachtete Objekt größer erscheint als es in Wirklichkeit sein dürfte. Diese Ereignisse sind sehr selten, weil Erde, Planet und Stern auf einer Linie stehen müssen. Trotz der Seltenheit wurde eine Handvoll Planeten entdeckt. Aber man hat dabei auch Planeten entdeckt, die man keinem Heimatstern zuordnen konnte, weil sie sich viel weiter im Vordergrund befanden – dort irgendwo im interstellaren Raum. Nach Hochrechnungen kamen die Forscher auf ein faszinierendes Ergebnis: Es gibt rund doppelt so viele heimatlose Planeten wie Sterne in der Milchstraße! Die Anzahl der Sterne in der Milchstraße wird schon auf 100 Milliarden bis 300 Milliarden Sterne (300.000.000.000) geschätzt. Doch wie konnten sich die Planeten aus dem Anziehungsbereich ihres Heimatsterns befreien? Die kleineren Planeten könnten durch größere „herausgeschubst“  worden sein. Würde sich in unserem Sonnensystem noch ein Planet von der Masse des Jupiters oder des Saturns befinden, so würde im inneren Sonnensystem ein Chaos entstehen. Durch die Anziehungskräfte würden die inneren Planeten, also Merkur, Venus, Erde, Mars auf immer elliptischere Umlaufbahnen gezwungen werden, bis sie sich so weit von der Sonne entfernen, dass sie sich aus ihrem Anziehungsbereich entfernen würden. Kurze Zeit danach wäre noch primitives Leben auf der Erde möglich, da der Erdkern und radioaktive Prozesse sie ein wenig aufheizen würden, aber irgendwann würde die Erde nur noch ein großer Schneeball im Weltall sein.
Aber das sind ja nur die kleinen Planeten. Wie die jupitergroßen Planeten, die die Gravitationslinsen hervorrufen, sich von ihrem Heimatstern trennen konnten , versuchen die Forscher zur Zeit noch herauszufinden.


Max Pritzkuleit, 10/4

Max hält uns jeden Monat zum aktuellen Himmel über dem TFG auf dem Laufenden.

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