Abenteuer Asien

Die lange Version


Ich hatte es also geschafft: nach vier Auswahlrunden mit praktischen und theoretischen Klausuren stand fest, dass ich mich für das deutsche Team der Internationalen Biologieolympiade qualifiziert hatte. Diese fand dieses Jahr in Hanoi, Vietnam statt. Ein ehemaliger Bioolympionike hatte uns außerdem zu sich nach Singapur eingeladen – so konnten wir trainieren und uns gleichzeitig an das Wetter und den Jetlag gewöhnen. Doch vor der Abreise, nach der Qualifizierung für das Team folgten zunächst einmal wöchentliche Trainingsklausuren für Zuhause – sowohl theoretisch als auch praktisch. Außerdem sollte ein Vortrag vorbereitet werden. Es kam also schon vor der Abreise keine Langeweile auf. Am Samstag, den 9.7., saß ich dann auf gepackten Koffern (27.5 kg!) und wartete gespannt auf die Abreise. Mein Flug nach Frankfurt ging erst um 18.55, und da ich genug Pufferzeit haben wollte, war ich mit meinem Opa bereits 3 Stunden vor Abflug am Gate – wobei natürlich noch nicht einmal der Check-in Schalter geöffnet war. Nach einigem Hin-und-her-Schlendern verging die Zeit aber doch sehr schnell und ich saß im Flugzeug auf dem Weg nach Frankfurt, wo ich mich mit den anderen treffen würde. Dort angekommen fand ich ziemlich schnell meine Teammitglieder und unsere „Betreuer" Arne und Patricia. Unser Flug war ziemlich überbucht, deshalb wurden wir immer wieder freundlich gefragt, ob wir nicht gegen eine angemessene Entschädigung einen späteren Flug nehmen wollten. Wir lehnten dankend ab, schließlich wollten wir alle Singapur so schnell wie möglich erreichen. Verteilt über das ganze Flugzeug verbrachte dann jeder die Nacht alleine und versuchte mehr oder weniger erfolgreich zu schlafen. Eigentlich hätten wir sofort nach dem Start anfangen sollen zu schlafen und dann um 4 Uhr deutscher Zeit aufwachen müssen, um bestmöglich den Jetlag zu überstehen, aber das ist leichter gesagt als getan. So schliefen doch eigentlich alle bis zum Frühstück - wenn auch sehr unruhig und mit ordentlichen Verspannungen. In Singapur war dann aber alle Müdigkeit verflogen und wir stellten uns zur Einreise an. Dabei bekamen wir Zettel, auf denen stand, was alles in Singapur verboten ist – das Auffälligste war das Einfuhrverbot für Kaugummis. Nach überstandener Einreise nahmen wir zwei Taxis und machten uns auf zu den Universitätswohnungen, wo wir die nächste Woche verbringen sollten. Singapur als Stadt ist wunderschön: sehr grün, fast jede Straße ist von Palmen und anderen Pflanzen gesäumt und mittendrin stehen riesige Wolkenkratzer. Insgesamt wird viel gebaut in dieser Metropole, aber es wirkt nicht unaufgeräumt, sondern sehr ordentlich. Auch der Verkehr war erstaunlich ruhig – zwar konnten wir uns während der gesamten Zeit nicht wirklich an den Linksverkehr gewöhnen, aber die Verkehrsregeln wurden strikt befolgt von allen Verkehrsteilnehmern. In den Universitätswohnungen angekommen, genossen wir erstmal den Pool, der für mich einer der Lieblingsorte dieser Reise war. Abends machten wir Teammitglieder uns noch panisch daran, ein bisschen an unseren Vorträgen zu feilen, bzw. in Jans Fall diesen zu erarbeiten. Jetlag sei Dank wurden wir erst wahnsinnig spät müde und so schlief ich erst gegen 2 Uhr morgens ein. Die nächsten Tage waren dann geprägt von den Theorieklausuren von 2014, Vorträgen über Systematik, Histologie, Kohlenhydrate... und auch praktische Klausuren hatten wir zu absolvieren. Zur Auflockerung besuchten wir aber auch Night Safari - einen Zoo, bei dem man nachts durch den Park fahren kann, das Aquarium und ein Naturkundemuseum. Außerdem trafen wir uns mit dem singapurianischen Team und konnten so schon einmal Kontakte knüpfen. Insgesamt kann man Singapur beschreiben als eine Anfängerversion Asien für Europäer: Die Stadt ist so sauber und ordentlich wie in Europa, außerdem ist English Amtssprache und wird von allen beherrscht, wenn auch mit einem seltsamen Akzent. Das Wetter hingegen ist tropisch: 27 Grad sind schon fast ein Grund zu frieren, die Luftfeuchtigkeit ist meist relativ hoch. Wenn es regnet, dann vielleicht ein, zwei Stunden und in Strömen, aber es hört dann auch wieder auf. Der Regen ist so stark – wenn man auch nur eine Minute im Regen steht, ist man von Kopf bis Fuß durchnässt. Dagegen haben sich die Singapurianer aber etwas einfallen lassen: Zumindest auf dem Unigelände haben die meisten Gehsteige bzw. Verbindungen zwischen Bushaltestelle und Gebäude Dächer, so dass man eher nicht durch den Regen muss. Auch das Essen in Singapur ist ziemlich asiatisch, so dass die Ersten bereits nach einigen Tagen kapitulierten und beim Mittagessen an den ‚Western Food' Stand gingen. Spätestens am Ende der Woche freuten wir uns dann alle sehr über den Vorschlag, Pizza zu bestellen und auf der Dachterrasse zu verzehren. Die Zeit in Singapur verging insgesamt viel zu schnell und dann hieß es schon wieder Koffer packen und auf den Weg nach Hanoi machen. Dank einigen Werbegeschenken wog mein Koffer jetzt schon 28 kg und ich näherte mich auffällig der 30 kg Grenze. Aber zunächst klappte alles. Wir gaben unsere Koffer auf und flogen zu acht nach Hanoi. Christina war schon eine Woche zuvor nach Vietnam geflogen, um dort die Aufgaben zu kontrollieren. Auf dem Flughafen in Singapur trafen wir bereits die ersten Teams, die auch auf dem Weg nach Hanoi waren. In Hanoi angekommen, empfingen uns strahlend blauer Himmel und die heißesten Temperaturen seit langem. Außerdem wurden wir von unserem Guide Hai Yen willkommen geheißen. Hai Yen hatte bis zu ihrem 15. Lebensjahr in Deutschland gelebt und so hatten wir als eins von wenigen Teams die Möglichkeit, in unserer Muttersprache zu kommunizieren. Nachdem alle Koffer in den Bus geladen, waren ging es vom Flughafen zur Anmeldung in der Universität. Der Weg nach Hanoi war ein Unterschied von Tag und Nacht zu Singapur. In Vietnam ist der Verkehr ein einziges Chaos. Es gibt eine der höchsten Verkehrstotenzahlen auf der ganzen Welt. Die Autobahn, auf der wir zunächst fuhren, war noch nach deutschen Verhältnissen ok: Es fuhren zwar Mopeds ohne Helm auf den Seitenstreifen und es gab ‚Kutschen verboten'-Schilder, doch richtig schlimm wurde es dann in der Stadt: Auf ein Auto kommen in Vietnam geschätzt zehn Mopeds, Verkehrsregeln existieren praktisch nicht. Einzige Regel scheint zu sein: Wer am lautesten hupt, hat Vorfahrt. Ampeln können beachtet werden, müssen aber nicht, Fahrspuren sind weder für Autos noch für Mopeds relevant. Mopeds können insgesamt auch fast noch mehr beladen werden als Autos – zwei Meter hohe Beladung sind durchaus üblich und auch der Familienausflug auf einem einzigen Moped ist an der Tagesordnung. Insgesamt wirkte Vietnam auf uns wie ein Land voller Disparitäten: zischen Arm und Reich, aber auch zwischen Land und Stadt. Außerhalb der Stadt standen Bananenstauden und Felder, ab und zu ragte ein Haus aus dem grünen Dickicht. Die Häuser in Vietnam sind auf eine sehr spezielle Weise gebaut: Sie sind praktisch nur so breit wie ein Zimmer, zwei Zimmer lang und dafür aber mindestens drei Etagen hoch. In der Stadt standen dann aber schicke moderne Hochhäuser neben völlig zerfallenen Baracken, und Müll lag auf der Straße. Überwältigt von den ersten Eindrücken machten wir uns zunächst an die Anmeldung – wir bekamen ungefähr ein Kilo Giveaways: T-Shirt, Regenschirm, Fächer, Rucksack, Programm, Yearbook... Außerdem war es Zeit, uns von unseren Handys und Laptops zu verabschieden. Da die Betreuer die Klausuren vor uns sehen, um sie zu übersetzen, soll verhindert werden, dass wir mit den Jurymembers Kontakt aufnehmen. Um dies zu gewährleisten, waren die Teilnehmer zusammen mit den Guides in einem Hotel untergebracht und die Jurymembers in einem anderen. Nach der Registrierung war es auch Zeit, uns von unseren Betreuern zu verabschieden. Allerdings würden wir sie am nächsten Tag zur Eröffnung noch einmal wiedersehen. Im Hotel angekommen, stießen wir gleich auf die erste Herausforderung: Vietnamesische Türen unterscheiden sich signifikant von deutschen Türen: Man muss sie nicht von außen abschließen, sondern drückt innen einen Knopf und lässt die Tür dann ins Schloss fallen. Auf so ein System wäre ich niemals gekommen und es birgt auch einen risikobehafteten Nachteil: Da man den Schlüssel nicht zum Abschließen braucht, kann man ihn gerne auch drinnen liegen lassen und steht dann vor verschlossener Tür. Besonders schön ist es, wenn man denkt, dass der Zimmerpartner (also in meinem Fall Lucia) den Schlüssel hätte... Nachdem wir die ersten Schwierigkeiten überwunden hatten, gab es zunächst Mittagessen, wo wir uns ausführlich mit Hai Yen unterhalten konnten. Auch trafen wir dort ein paar andere Teams und tauschten die ersten Gummibärchentütchen gegen kleine landestypische Geschenke aus. Nach dem Mittagessen machten wir uns vorbildlicher Weise daran, noch die Klausuren aus dem Trainingslager nachzubesprechen und ein bisschen Koffer auszupacken. Nach dem Abendbrot, bei welchem es anfing mörderisch zu regnen so, dass wir dachten, das Dach würde einstürzen, gab es dann kleine Kennenlernspiele. So hatten wir die Möglichkeit, Mensch ärgere dich nicht, Tischtennis oder Schach zu spielen oder unser Singkünste beim Karaoke zu beweisen. Trotz der lauten Musik entstanden auch schon die ersten interessanten Gespräche mit Teilnehmern aus der ganzen Welt. Am Sonntag hatten wir bis 14.00 Freizeit, die wir nach etwas längerem Schlafen aber nutzten, um mit andern Teams in ein großes Einkaufszentrum zu gehen. Der Supermarkt war dabei besonders beeindruckend, denn wir mussten alle Taschen vor dem Betreten abgeben bzw. die Reißverschlüsse wurden zugeklammert. Im Supermarkt überraschte dann vor allem der Variantenreichtum an Nudeln und vietnamesischen Süßigkeiten. Hai Yen empfahl uns gleich einige Spezialitäten, welche wir dann später im Hotel genossen (kleiner Tipp für Unerfahrene mit vietnamesischen Süßigkeiten: Das Papier um die Kaubonbons ist Esspapier!). Nach dem Mittagessen begann das erste Highlight der Olympiade: die Eröffnungsfeier. Diese fand im nationalen Kongresszentrum statt. Auf dem Weg mit den Bussen dorthin wurde unsere Karawane von einer Polizeieskorte begleitet – so hatten wir eine Chance, durch den vietnamesischen Verkehr ohne großen Zeitverlust und ohne Unfälle zu kommen. Das Kongresszentrum beeindruckte durch seine unglaubliche Größe und den monumentalen Baustil. Vor dem Eingang war ein riesiger Platz mit dutzenden vietnamesischen Fahnen und roten Fahnen mit Hammer und Sichel. Das Gebäude an sich war mindestens 30 Meter hoch und in der Eingangshalle wirkten Menschen wie kleine Ameisen. Auch der Saal an sich war etwas überdimensioniert und viel zu groß für 250 Teilnehmer + ca. 200 Jurymembers + mindestens 200 Guides, so dass noch vietnamesische Schüler zum Auffüllen des Saales eingeladen wurden. Die Eröffnungsfeier an sich war geprägt von traditionellen vietnamesischen Tänzen, Gesängen und Reden in mehr oder weniger verständlichem English. Der Höhepunkt der Eröffnungsfeier war sicherlich der Einzug der Teams – wobei jedes Team kurz auf die Bühne kam und die Moderatoren etwas über das Land erklärten. Wir Deutschen nutzen die Gelegenheit, um von der Bühne einige Haribo-Tütchen in das sichtlich begeisterte Publikum zu werfen. Wie wir später erfuhren, ist Haribo in Vietnam überaus beliebt, aber auch sehr teuer - weshalb sich insbesondere vietnamesische Guides immer sehr über unser landestypisches Geschenk freuten.


MarrenKraft Die Eröffnungsfeier war auch deshalb einer der Höhepunkte der Woche, da Jan und Lucia ihre Viertrundenwetten einlösen mussten: In der vierten Runde wettet jeder Teilnehmer, dass er irgendwas Verrücktes macht, sofern er ins Team kommen sollte. Jan schmückte sich deshalb während der Feier mit einer Flechte im Haar, Lucia trug eine Plüschratte auf der Schulter. Max' Wette war etwas langwieriger: Er hatte sich schon zuhause IBO in die Haare rasiert und war damit während der gesamten Woche ein beliebtes Fotomodell. Nach Ende der Eröffnung hatten wir noch einmal Zeit, uns mit unseren Betreuern zu unterhalten und Informationen über die Hotels auszutauschen. Das Abendbrot nahmen wir dann aber getrennt ein, da leider kein Tisch mehr frei war, an dem wir alle Platz gehabt hätten. Nach dem leckeren asiatischen Buffet wurden wir Teilnehmer zurück ins Hotel gefahren, wo wir uns noch mit anderen Teams trafen. Allerdings wurde bei der Gruppe eins – Länder mit Anfangsbuchstaben von A bis N – die Motivation, lange aufzubleiben durch die Aussicht, morgen um 7.30 loszufahren, etwas getrübt. Am nächsten Morgen ging es dann also früh los zur Besichtigung des Tempels der Weisheit, wo schon seit Jahrhunderten Studenten zum Beten für gute Noten hinkommen. Nach dem Besuch des Tempels gab es eine kleine Rundfahrt durch die Altstadt in kleinen Autos. Die Altstadt in Hanoi ist ein Geschäftsviertel, in dem die Straßen nach verkauften Waren aufgeteilt sind. Der Verkehr ist auch dort wieder ein einziges Chaos. Faszinierend war, dass die meisten Geschäfte den Raum im Gebäude eher als Lager nutzen, der tatsächliche Verkauf aber auf der Straße / dem Gehsteig stattfand. Auch stellte ich fest, dass die Vietnamesen diese traditionellen Tragen mit jeweils einem Korb am Ende einer Holzstange immer noch nutzen – zum Transport von Früchten, Essen, aber auch Plastikspielzeug und elektronischen Verkaufswaren. Nach dem Besuch der Altstadt stand das Mittagessen auf dem Programm und anschließend der Besuch der Labors für die praktischen Klausuren am folgenden Tag. Dort wurden wir schon in die Gruppe für den nächsten Tag aufgeteilt, so dass nur jeweils ein Schüler aus jedem Land in einer Gruppe ist. Denn die Arbeitsplätze sind nach Ländern aufgeteilt, das heißt, ich arbeitete an den gleichen Arbeitsplätzen wie die anderen Deutschen, nur zu einer anderen Zeit. Beim Rundgang stellten wir erstaunt fest, dass nicht alle Teilnehmer eine vergleichbare Ausbildung in der praktischen Laborarbeit hatten wie wir. So hatten einige noch nie Stereoskope oder Mikroskope gesehen und auch ein Peleusball war für einige gänzlich neu. Der Versuchsaufbau besonders in Biochemie und Molekularbiologie ließ dann schon auf schwierige Aufgaben schließen, denn es waren Materialien für Gelelektrophoresen und Titrationen aufgebaut. Nach dem Wiedertreffen mit meinem Teammitgliedern begannen wir dann sofort unsere Erkenntnisse über die morgigen Aufgaben miteinander zu teilen und das ein oder andere über Titrationen noch einmal nachzuschauen. So fühlten wir uns einigermaßen gut vorbereitet auf die Aufgaben, obwohl wir später erkennen würden, dass Einiges anders als erwartet ablief.


Der Abend war dann für alle Teilnehmer nur sehr kurz, denn am nächsten Morgen war für 7.30 die Abfahrt zur Universität angesetzt und alle wollten vor der ersten wichtigen Klausur einigermaßen ausgeschlafen sein. Bei der Universität angekommen, zogen wir alle unsere bunten Laborkittel, die uns eindeutig der Gruppe A, B, C, oder D zuordneten, an. Wir verabschiedeten uns von unseren Teammitgliedern, denn ab jetzt würden wir den ganzen Tag getrennt voneinander verbringen, um uns nicht über die Klausuren austauschen zu können. Ich ging also mit den anderen ‚B'lern hoch in einem Warteraum und bereitete mich moralisch auf die Zoologie-Klausur vor. Im Labor fand ich auf dem Platz einen Regenwurm, Schmetterlinge, ein Binokular und Sezierbesteck. Die erste Aufgabe war das Bestimmen der Schmetterlinge, was machbar, aber an einigen Stellen durchaus knifflig war. Außerdem sollten wir einen Stammbaum mit einer Methode erstellen, welche wir zum Glück im Trainingslager bereits geübt hatten. Die anschließende Sektion des Regenwurms schaffte ich zwar nicht mehr komplett, aber dennoch hatte ich nach diesem Praktikum eigentlich ein ganz gutes Gefühl. Doch ich wusste, dass Biochemie ungleich schwerer werden würde – und so kam es dann auch. Nachdem ich die Aufgaben geöffnet hatte, starrte ich gefühlte zehn Minuten auf die Anleitung, ohne wirklich zu kapieren, was ich machen sollte. Nachdem ich völlig verzweifelt war, begann ich, einfach die Anleitung ohne zu verstehen abzuarbeiten und ein bisschen zu pipettieren. Leider war ein Teil dessen, was wir pipettieren sollten, nicht gegeben, sondern wir mussten das selber ausrechnen und an dieser Stelle scheiterte ich schon einmal phänomenal. Ich füllte einfach irgendetwas in die Tabelle und nach ca. einer dreiviertel Stunde startete ich die SDS Page. In der Zwischenzeit begann ich mit der Vorbereitung der Absorptionsmessung, wobei ich mich dort zweimal ziemlich vertan habe und einfach eine falsche Lösung pipettiert habe. Dennoch schaffte ich es, meine Platte zum Auslesen abzugeben, und dann begann ich das PAGE-Gel herauszupfriemeln. Das war einfacher gesagt als getan und mein Gel riss. Zum Glück waren keine wichtigen Stellen betroffen. Die nächste Aufgabe wäre eine Titration gewesen, doch dazu kam ich gar nicht mehr. Ich kreuzte noch wahllos einige Felder an in den letzten zwei Minuten, die mir noch blieben, und dann war der Spuk vorbei. Das war mit Abstand das schlimmste Praktikum, was ich je erlebt habe – ich habe nichts ausgewertet, nicht verstanden, was ich getan habe und das einzige Positive war – das es nicht noch schlimmer werden konnte. Die gesamte Mittagspause unterhielt ich mich dann mit anderen und bekam zu hören, dass es keinem wirklich besser ergangen war. Es wurde aber gemunkelt, dass die Chinesen alles geschafft hatten und gleichzeitig pipettiert und gelesen haben sollten. Als nächstes Praktikum stand Molekularbiologie an – ein Thema, mit dem ich schon in der vierten Runde keine guten Erfahrungen gemacht hatte. Die Aufgaben waren dann aber absolut machbar, nur leider funktionierte bei mir ein Teil der Gelelektrophorese nicht. Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, aber das hat mich sicher ein paar leichtverdiente Punkte gekostet. Am Ende wurde ich auch nicht komplett fertig – aber ich hatte dennoch ein besseres Gefühl als bei Biochemie. Auf das letzte Praktikum freute ich mich dann schon fast: Botanik war in den deutschen Vorrunden immer mein bestes Praktikum gewesen und Schnitte anfertigen konnte ich inzwischen eigentlich ganz gut. Die Aufgaben waren dann aber doch schwerer als erwartet – zumindest waren es viel zu viele Aufgaben für anderthalb Stunden. An sich wäre alles machbar gewesen- aber am Ende kreuzte ich aus Zeitmangel auch hier wieder einfach nur an und hoffte auf ein paar Zufallspunkte. Nach Botanik war dann aber der schlimmste Tag der IBO überstanden – ich unterhielt mich auf dem Weg zurück mit den anderen und stellte fest, dass fast jeder mehr oder weniger große Fehler gemacht hatte. Dennoch waren für mich alle Medaillenhoffnungen nach diesem Tag vergangen. Mittwoch war dann ein freier Tag – wir besuchten ein Pottery Village, wo wir selber versuchten zu töpfern und Keramikprodukte bemalten (es gab ein Schwein, auf dem doch tatsächlich ‚Glück' stand!). Gerade das selber Töpfern hatte zumindest bei mir deutliche Spuren hinterlassen: Auf meinem ganzen Körper klebten Lehmreste, die mir der griechische Junge neben mir regelmäßig entgegengeschleudert hatte. Nach ca. 20 Minuten, in denen aus einem Lehmklumpen ein unförmiger Lehmklumpen geworden war, mussten wir eingestehen, dass Töpfern bei weitem nicht so leicht ist, wie es aussieht. Anschließend schauten wir uns das Ethnologische Museum in Hanoi an und konnten danach noch einer Wasserpuppenshow beiwohnen. Das wurde uns zwar wärmsten von unseren Guides empfohlen – entpuppte sich aber als super langweilig. Das Besondere an Wasserpuppentheater ist, dass die Figuren aus dem Wasser auftauchen, so dass man keine Seile oder Marionettenstäbe sieht, weil dieser unter Wasser sind. Das Schauspiel wird begleitet von traditioneller vietnamesischer Musik und Erläuterungen auf Vietnamesisch. Damit war das für uns – ohne Vietnamesischkenntnisse – leider nach kurzer Zeit schon uninteressant, zumal wir in der vierten Reihe praktisch nichts mehr sahen. Dennoch war es lustig, diese andere Art von Theater zu erleben. Der Abend fiel dann wieder etwas kürzer aus, denn Donnerstag war der letzte Klausurentag – es stand der theoretische Teil an. Diesmal wurden wir nicht von unseren Teammitgliedern getrennt, sondern wir schrieben alle zusammen in einer riesigen Halle, die auf ca. 19 Grad heruntergekühlt wurde. Während der ersten Klausur (3 Stunden bis zum Mittag) froren wir also alle in unseren kurzen Shorts. Die Zeit reichte außerdem für keinen aus dem deutschen Team aus, um alle Aufgaben zu erledigen, obwohl wir in den Übungsklausuren immer noch Pufferzeit gehabt hatten. Ein bisschen enttäuscht fuhren wir zum Mittagessen zurück ins Hotel. Dort zog ich mich noch einmal um und saß dann während des zweiten Teils mit dicker Jacke und Schal vor den Aufgaben – und auch so war mir nicht übermäßig warm. Der zweite Teil der Klausur war dann von der Zeit her besser zu bewältigen, allerdings waren auch mehr Wissensfragen dabei, wo ich nur raten konnte. Um 17.20 erklang dann das vertraute Klingeln – die Klausur war zu Ende – wir hatten unser Bestes gegeben und ab nun konnten wir nichts mehr ändern. Zurück im Hotel stand dann die Cultural Night mit dem Wiedersehen der Betreuer an. Doch davor hatte ich noch etwas zu erledigen: Ich durfte mich als Vampir verkleiden, denn das war meine Viertrunden Wette gewesen: wenn ich ins Team komme, muss ich mich als Vampir verkleiden. Ich legte mich also mächtig ins Zeug und tauchte als Vampirgräfin wieder aus dem Zimmer auf. Von allen Seiten wurde mir bestätigt, dass ich absolut authentisch aussehe. Ein Nachteil gab es doch: Mit den Vampirzähnen konnte ich nicht mehr essen – dafür hatte ich vorher schon ein bisschen Obst verdrückt und auch was getrunken. Das Wiedersehen mit den Betreuern war dann sehr freudig – wobei sie zunächst erstaunt wirkten. So eine Verkleidung hatten sie offensichtlich nicht erwartet. Die gute Laune der Betreuer erklärte sich auch schnell: Sie hatten unser Klausuren noch nicht gesehen und wussten dementsprechend noch nicht, wie sehr zumindest ich versagt hatte. Die Cultural Night an sich war allerdings ein bisschen ernüchternd: Auf der Bühne fanden einige vietnamesische Tänze statt und am Ende sollte noch von allen vietnamesisch getanzt werden. Dies machte sich allerdings etwas schlecht mit Hackenschuhen, bodenlangem Mantel und zwei Vampirzähnen, von denen der eine sehr locker saß und in regelmäßigen Abständen herausfiel. So gab ich das Über-Bambusstangen-Hüpfen sehr schnell auf und wir besprachen stattdessen mit unseren Betreuern die Urlaubspläne. Nachdem der Abend um zehn Uhr offiziell beendet war, machte ich noch unzählige Fotos mit von meinem Kostüm begeisterten Guides. Am nächsten Tag sollte es dann nach Trang Ahn gehen – und um den Tag ordentlich nutzen zu können, fuhren wir bereits um 6.30 los. Wir saßen also alle total verschlafen im Bus und bereits zehn Minuten nach Abfahrt waren die ersten wieder eingeschlafen. Nach ca. drei Stunden Fahrt (die zumindest Jan in so unbequemen Schlafpositionen verbrachte, dass er danach eine ordentliche Verspannung hatte), waren dann aber alle wieder hellwach, denn wir fuhren erstens über sehr buckelige Straßen und zweitens war die Landschaft atemberaubend schön: Wir sahen flache Täler, an dessen Rändern wie Drachenleiber Berge auftauchten. Unser Ziel war ein Fluss in einem dieser Täler. Auf diesem Fluss wurden wir dann von vietnamesischen Frauen in Ruderbooten herumgefahren – eine wahnsinnige Kraftanstrengung bei 35°und praller Sonne.


MarrenKraft2Zwischendurch fuhren wir durch enge Grotten, bei denen wir uns teilweise zusammenkauern mussten, um durch die Felsen zu passen. Das Faszinierende war, dass in den Grotten furchtbar heiße Temperaturen herrschten. Doch das fiel uns erst auf, nachdem wir wieder im Freien waren. Dieser Ausflug war sicherlich eines der Highlights der IBO Woche. Nach dem völligen Durchschwitzen konnten wir uns beim Mittagessen ein bisschen akklimatisieren. Dieses fand in einem Sternehotel statt, dem Essen merkte man das aber leider nicht unbedingt an. Der nächste Halt des Tages war eine Pagode auf einem der Berge. Normalerweise muss man die 800 Höhenmeter hochlaufen, um dort ein bisschen Erleuchtung zu genießen – wir wurden aber sehr bequem hochgefahren und mussten nur noch herunterschlendern. Die Pagode war mit mehreren riesigen Buddhas ausgestattet – wobei es durchaus befremdlich wirkte, dass sie große Hakenkreuze (wenn auch falsch herum) auf der Brust trugen. Der Blick von der Pagode war postkartenmäßig schön. Auf dem Weg nach unten entdeckte ich dann auch noch wunderschöne Blumen (Frangipanis), von denen ich auch ein paar tolle Fotos machte. Ziemlich fertig von den heißen Temperaturen machten wir uns auf den Weg nach unten und im Bus freuten sich alle über die Akklimatisierung. Nach abendlichen Spielen und Unterhaltungen mit den anderen Teams war der letzte Tag auch schon gekommen. Wir schliefen noch einmal ordentlich aus und ich bestaunte das Chaos in meinem Zimmer, konnte mich aber nicht dazu aufraffen, zu packen. Stattdessen kauften wir Postkarten und begannen einen Text für die Postkarten der anderen Viertrundenteilnehmer zu entwerfen. Viel zu schnell stand das Mittagessen an und dann begann auch schon die Abschlusszeremonie. Wieder gab es vietnamesische Tänze und Musik und mittelmäßige Reden. Die witzigste Rede war dabei die des vietnamesischen Bildungsministers. Dieser hatte sich offensichtlich nicht wirklich darauf vorbereitet und schaute immer wieder hoch zu den Bildschirmen, wo die englische Übersetzung dessen, was er eigentlich sagen sollte, stand. Zwischendurch entschuldigte er sich auch auf Englisch (der Rest der Rede war auf Vietnamesisch), dass er nicht genau weiß, was die Leute da für Ihn geschrieben haben. Anschließend folgte das Aufregendste: die Medaillenvergabe. Zunächst sollten die Bronzemedaillen aufgerufen werden. Danach Silber und dann Gold. In den letzten Jahren war es immer so gewesen, dass zuerst die schlechteste Bronzemedaille aufgerufen wurde, dann die zweitschlechteste und so weiter. Die Bronzemedaillen wurden vergeben und keiner von uns Deutschen hatte etwas bekommen. Inzwischen war ich mir sicher, dass ich niemals eine Medaille bekommen würde. Doch dann: Unter den ersten verkündeten Silbermedaillen war ich, ich konnte es kaum glauben und lief natürlich über glücklich nach vorne. Ich hatte noch nicht einmal mit einer Medaille gerechnet und dann unter die besten 30 Prozent zu kommen – Wahnsinn. Gespannt wartete ich nach meiner Rückkehr darauf, dass die anderen aus meinem Team aufgerufen werden würden. Erstmal kam lange Nichts – dann unter den letzten zu ergebenen Silbermedaillen war Lucia, die sich auch ungemein freute. Nachdem alle Silbermedaillen vergeben waren, schien festgelegt, dass Jan und Max Goldmedaillen erhalten würden. Und so kam es auch: Max und Jan gewannen beide Gold - damit hatten wir als Team zwei Gold- und zwei Silbermedaillen errungen – was ein ziemlich gutes Gesamtergebnis ist. Unsere Betreuer verrieten uns dann auch, dass die Reihenfolge im Team tatsächlich ein bisschen anders war: Jan war Erster, Max Zweiter, ich Dritte und Lucia Vierte. Ich war also mit meiner Silbermedaille sehr zufrieden und gemeinsam mit den Betreuern genossen wir das Abendessen. Danach fuhren wir zurück ins Hotel, wo wir mit den anderen Competitors unsere Erfolge bis tief in die Nacht feierten - auch wenn wir am nächsten Morgen um 7.30 losfahren würden und mein Koffer noch über das gesamte Zimmer verteilt lag. Um zwei Uhr morgens hatte ich dann den größten Teil meiner Klamotten eingesammelt und einigermaßen im Koffer verstaut – allerdings schlief Lucia schon und es war relativ schwierig, im Dunkeln ordentlich zu packen. Also beschloss ich den Wecker auf 5.30 zu stellen und dann noch etwas weiterzupacken. Nach weniger als vier Stunden Schlaf stand ich also wieder auf den Beinen und bemühte mich, meine ganzen Geschenke unterzubringen. Das klappte eher schlecht als recht und so hatte ich am Schluss zwei Rucksäcke, meine Schmetterlingskiste, eine Tasche und einen Koffer in der Hand. Doch das meiste Gepäck würden wir sowieso im Betreuerhotel abstellen, um danach nach Ha Long Bay zu fahren und eine Nacht auf einem Schiff zu übernachten. Nach dem wortkargen Frühstück und einigen Verabschiedungen standen wir mit gepackten Koffern in der Lobby und warteten auf jemanden, der uns abholen sollte, wobei wir nicht wussten, wie dieser Jemand aussehen sollte und wie wir ihn erkennen sollten. Ich versuchte Kontakt mit unseren Betreuern über das mittelmäßige WLAN aufzunehmen. Doch dann kam uns schon Christina entgegen und wir luden alle Sachen in den Kofferraum - nur Lucia fehlte. Und Lucia blieb die nächste Viertelstunde verschwunden, wobei wir sie überall suchten. Irgendwann tauchte sie auf und war ganz erstaunt, dass wir schon losfahren wollten - Lucia eben (im Laufe der Woche hatte sich gezeigt, dass Lucia grundsätzlich andere Wege nutzte als der Rest des Teams, so dass unser nicht ernst gemeintes ‚boah Lucia' schon fast zum geflügelten Wort wurde). Im Betreuerhotel, was erstaunlich nah an unserem gelegen war, luden wir unsere Koffer ab und nur mit zwei Rucksäcken beladen machten wir uns auf die vierstündige Fahrt nach Ha Long Bay. Zwar war der Weg nicht sonderlich weit, aber es gab keine Autobahn und die Straßen waren insgesamt sehr mäßig. Vier Stunden und ein Unfall, der direkt vor unseren Augen passierte, später erreichten wir die Ha Long Bucht. Diese zeichnet sich durch Felsen, die aus dem Wasser auftauchen, aus. Mit der Spiegelung im Wasser sehen diese Felsen fast wie die fliegenden Berge in Avatar aus.


MarrenKraft3Wir gingen an Bord eines der vielen Ausflugsschiffe. Dieses empfing uns mit einem fünf Gänge Menü und wirkte insgesamt sehr nobel. Nach dem Mittagessen und der Fahrt durch die Felsen, standen Kajakfahren und Baden auf dem Programm. Das Kajakfahren machte sehr viel Spaß, allerdings waren wir erschüttert von dem ganzen Plastikmüll, der im Meer lag, obwohl die Ha Long Bucht Nationalpark ist. Nach zweistündigem Baden waren wir dann völlig aufgequollen, aber glücklich, entspannen zu können. Der Abend wurde durch ein Barbecueessen beendet und anschließend schauten wir noch ein bisschen in die Sterne, die man hier im Gegensatz zu Hanoi sehr gut sehen konnte. Am nächsten Morgen standen wir um 5.30 auf, um den Sonnenaufgang sehen zu können. Dieser fand leider hinter einem der vielen Felsen statt, aber dennoch war es eine sehr friedliche und erholsame Stimmung. Um 6 gesellten sich dann auch unsere Betreuer dazu, die mit einem Crewmitglied Yoga machten, so dass wir auch ein bisschen was zum Schmunzeln hatten. Außerdem begann ich Postkarten zu schreiben, die ich später losschicken wollte. Nach dem Frühstück besuchten wir noch eine Höhle, die kürzlich in einem der Felsen entdeckt worden war. Nach dem Mittagessen und Stöbern in einer niederländischen Klatschzeitschrift, die wir auf dem Schiff gefunden hatten, waren wir wieder zurück auf dem Festland auf dem Weg nach Hanoi. Dort angekommen genossen wir den Fünfsternepool. Zum Essen gingen wir in ein Fischrestaurant, in dem ich für 3 Euro zu Abend aß, obwohl es sicherlich eines der besseren Restaurants war. Am nächsten Tag stand ein Ausflug zu einem Regenwald Nationalpark auf dem Programm. Dafür hatten wir einen Fahrer mit Kleinbus gemietet. Dieser kannte leider den Weg zu dem Nationalpark nicht wirklich, so dass wir vier Stunden lang auf abenteuerlichen Straßen durch die Gegend fuhren, ehe wir den Nationalpark erreichten. Auf dem Weg überfuhren wir beinah zwei Kühe, überquerten wir Reisfelder auf 2m breiten Dämmen und hatten wahnsinnig viel Spaß dabei, Christina beim Verzweifeln angesichts des Fahrstils unseres Busfahrers zuzuschauen. Im Nationalpark wurden wir aber von einem Guide geleitet, der uns eine alte Höhle zeigte. Dort entdeckten wir Fledermäuse und wir schalteten einmal unsere Taschenlampen aus, so dass es wirklich komplett dunkel war. Außerdem wurden uns zwei uralte Bäume gezeigt, neben denen selbst Jan (1,89m groß) winzig wirkte. Außerdem wanderten wir kurze Strecken durch den Regenwald, der eigentlich ziemlich unspektakulär grün aussieht. Allerdings gibt es immer wieder schöne Schmetterlinge und auch einige gruselige Spinnen zu sehen (die durchaus auch direkt über dem Weg hängen, als würden sie nur auf dich warten!). Beim Mittagessen machten wir außerdem Bekanntschaft mit einer Schabe, die aus einem Stuhl kroch. Zum Abschluss besuchten wir noch eine Affen- und eine Schildkrötenauffangstation am Ende des Nationalparks. Der Rückweg war sehr still, denn wir waren alle von den Temperaturen ziemlich geschafft. Der letzte Tag stand uns dann mehr oder weniger zur freien Verfügung – das heißt wir fuhren in die Altstadt von Hanoi und kauften ein paar Souvenirs und schauten uns das Ho Chi Minh-Grab von außen an. Außerdem trafen wir nochmal unsern Guide Hai Yen und verabschiedeten uns von ihr. Und Donnerstag war alles schon wieder vorbei: Die Koffer waren gepackt (mit zusätzlichem Rucksack gerade 30,0 kg) und draußen schüttete es aus Kübeln. Außerdem stürmte es gewaltig und einige Bäume waren entwurzelt. So entschieden wir uns spontan, nicht im nahe gelegenen Cafe zu essen, sondern uns gleich auf den Weg zum Flughafen zu machen und dort zu frühstücken. Die Frau am Schalter bei der Gepäckabgabe hatte absolut kein Problem mit Übergewicht und so packte ich noch ein 2 Kilogramm schweres Zoologiebuch in den Koffer. Nach dem Frühstück (mit leckerer Kokosnuss) und der eher laxen Sicherheitskontrolle saßen wir auch schon im Flugzeug auf dem Weg nach Singapur. Dort auf dem Flughafen angekommen, besuchten wir noch das Schmetterlingshaus und aßen bei Burger King – denn wir hatten sechs Stunden Aufenthalt. Bei Burger King unterlief mir ein entscheidender Fehler: Ahnungslos wie ich war, bestellte ich eine große normale Fanta und war dann sehr überrascht, ein violettes zuckersüßes Getränk überreicht zu bekommen. Fanta ist also in jedem Land unterschiedlich! In Deutschland ist sie gelb, die vietnamesische Fanta ist orange und schmeckt nach Brausetabletten und die singapurianische Fanta ist also violett. An dieser Stelle hatte ich etwas fürs Leben gelernt! Um kurz vor Mitternacht ging dann unser Flieger nach Deutschland. Obwohl ich hundemüde war, versuchte ich noch etwas wach zu bleiben, um dem Jetlag aus dem Weg zu gehen. Das Schlafen im Flugzeug fiel wie erwartetet sehr unruhig aus – noch schlimmer als auf dem Hinflug. Vollkommen übermüdet landete ich nach einem Zwischenstopp in Frankfurt um 8.05 in Berlin. Dort empfing mich meine Mutter und ich war durchaus froh wieder Zuhause zu sein. Diese Reise war mit Abstand das Aufregendste, was ich je erlebt habe – ich habe viele schöne Erfahrungen gemacht und tolle Leute kennengelernt. Ich bin überglücklich, dass ich ein Teil der #IBO2016 sein durfte. Vielen Dank an unsere Betreuer und alle, die mich bis zu dieser IBO begleitet und unterstützt haben!


Mareen Kraft

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